Der Pfarrei St. Konrad in Landshut verdankt Theater Konrad seinen Namen; als Pfarrgruppe wurde das Amateurtheater dort 1967 von Benno Herrmann und Manfred Hoffmann gegründet und aus kleinen Anfängen im Lauf der Jahrzehnte unter der Führung von Manfred Hoffmann mit wesentlicher Unterstützung von Manfred Seidl zu einer festen Größe und einem angesehen Teil der Landshuter Laienspielszene. Der kontinuierlichen Entwicklung über die nun 47 Jahre seines Bestehens tat auch der Wechsel zur Pfarrei St. Peter und Paul 1986 keinen Abbruch. Theater Konrad hat hier als Teil der Pfarrei und unter dem Schutz des Hausherren, Pfarrer Heinz-Joachim Quasbarth, eine feste Heimat gefunden.

Was mit kleinen Nummern von Karl Valentin begann, hat sich im Lauf der Zeit gemausert – mit zunehmender Erfahrung der Spieler und Regisseure. Die Programmgestaltung stand und steht dabei unter dem Motto „Abwechslung und Qualität“. Dabei waren das Genre Volkstheater (z.B. „Der Hunderter im Westentascherl“ von Max Ferner und Max Neal) und anspruchsvolle bayrische Theaterliteratur (teils humorvoll wie „Erster Klasse“ oder „Gelähmte Schwingen“ von Ludwig Thoma, teils tragisch wie etwa „Magdalena“ vom gleichen Autor) genauso vertreten wie klassische Theaterliteratur fremdsprachiger Autoren, z.B. Molieres „Tartuffe“ oder Shakespeares „Sommernachtstraum“ oder deutschsprachige Dramatiker des 20. Jahrhunderts wie etwa Dürrenmatt mit dem „Besuch der alten Dame“. Für junge und junggebliebene Zuschauer spielte man eine schwungvolle Fassung des Märchens „Schneewittchen“ in Anlehnung an die Brüder Grimm und als letzte Produktion brachte Theater Konrad im Herbst 2013 Michaels Frayns turbulente Komödie „Der nackte Wahnsinn“ auf die Bühne. Regisseure wie Manfred Seidl, Heinrich Wannisch, Michael Deppisch und zuletzt Petra Woidy-Kellner und Florian Leitl bürgen dabei für die Qualität der Inszenierungen.

Das Konzept wird vom Publikum geschätzt; Theater Konrad hat seit Jahren ausverkaufte Vorstellungen und die Nachfrage ist höher als  die Zahl der Plätze. Bei durchschnittlich sieben Aufführungen je Produktion liegt die Zahl der Besucher bei über 900 Zuschauern. Zur Akzeptanz trägt auch die Tatsache bei, dass das Stück wenn immer möglich in ein Gesamtkonzept eingebettet wird, das den Theaterbesuch für die Zuschauer zu einem echten Erlebnis machen soll. So wurde z.B. beim „Nackten Wahnsinn“ der Zuschauerraum in ein Bistro verwandelt mit kleinen runden Tischen und Bistrostühlen; vor der Vorstellung und in der Pause konnten die Zuschauer eine Kleinigkeit essen und trinken. Der Service und die Organisation wurden dabei von Mitgliedern der Gruppe übernommen.

Seit einigen Jahren bespielt Theater Konrad zusätzlich das Ruffini-Schlösschen in Landshut. Das kleine Barockschlösschen mit Allee und Park wird dabei als architektonisches Juwel mit in die Veranstaltung einbezogen, z.t. bei Bewirtung mit Musik im Freien. Hier bietet sich ein intimer, vom Publikum sehr geschätzter Rahmen für Veranstaltungen wie „Wochenend und Sonnenschein“, „Weißblau und Heiter“ oder „Der wundersame Adventskalender“ mit kleinen Szenen, Sketchen, Rezitationen und Musiknummern. Die Einbeziehung von Instrumentalisten und Sängern ist wichtiger Bestandteil dieser Programme. Theater Konrad spendet seit Jahren den Reinerlös dieser Veranstaltungen über eine Aktion der „Landshuter Zeitung“ an bedürftige Menschen aus der Region.

Alle vier Jahre veranstaltet der Verein „Die Förderer“ die international bekannte „Landshuter Hochzeit“. Das Festspiel, das Teil des Programms ist, wird in ca. 30 Aufführungen vor mehr als 10 000 Zuschauern aufgeführt; Theater Konrad stellt dabei regelmäßig bis zu sieben Mitwirkende, z.t. in den Hauptrollen.

Die personelle Zusammensetzung der Aktiven ist ein bunter Querschnitt durch unsere Gesellschaft. Unter den insgesamt ca. 30 Mitgliedern finden sich Handwerker und Arbeiter, Lehrer und Arzthelferinnen, Studenten und Schüler, ein Taxiunternehmer, ein Architekt, ein Arzt… Aus der Vielfalt der Berufe, der unterschiedlichen Lebenserfahrungen und der Altersverteilung (von 17 bis über 80 Jahre) ergibt sich eine fruchtbare Mischung von Spannung und Ergänzung, aus der die Kreativität der Spieler und Regisseure schöpfen kann. Für den Bühnenbau, die Technik, Kostüme und Maske, die Organisation des Kartenverkaufs, Betreuung der Homepage usw. verfügt Theater Konrad über zuverlässige, einfallsreiche und bewährte Helfer. Viele Mitglieder kennen sich seit Jahrzehnten, die Integration der jüngeren gelingt gut und ist allen ein zentrales Anliegen. Regelmäßige gemeinsame Treffen, gemeinsame Theaterbesuche bei anderen Bühnen und jährliche Theaterausflüge dienen der Festigung des Zusammenhalts.

Theater Konrad hat den Generationenwechsel in der Führung ohne Verwerfungen vollziehen können. Manfred Hoffmann, dem Theater Konrad so viel verdankt und der weiterhin wie seine Frau Waltraud dem Vorstand des Bezirks Niederbayern im Verband der Bayerischen Amateurtheater angehört, hat seine Leitungsfunktion an Petra Woidy-Kellner und  Dr. Florian Leitl übergeben. Als Ehrenvorsitzender wird er Theater Konrad mit seinem Rat und seiner Unterstützung weiter verbunden bleiben. Petra Woidy-Kellner blickt auf über 40 Jahre Theatererfahrung zurück. Sie war u.a. auch Vereinsvorsitzende der Laienspielgruppe Ergoldsbach und Laienspielberaterin des Bezirks Niederbayern.

Für die Zukunft hat sich Theater Konrad vor allem die Werbung und Förderung von Nachwuchs vorgenommen. Junge Menschen sollen dabei auch durch die Programmauswahl für das Theater gewonnen werden.